Quelle + Vollständiger Artikel hier:
https://usbeketrica.com/fr/article/smombies-comment-sortir-les-villes-de-l-addiction-aux-ecrans
Das Phänomen der "Smombies"
Der Begriff „Smombie", eine Wortschöpfung aus Smartphone und Zombie, bezeichnet Fußgänger, die so stark von ihren Bildschirmen absorbiert sind, dass sie für sich selbst und andere gefährlich werden. Dieses Phänomen ist besonders in Großstädten sichtbar. In Seoul beispielsweise sind 61 % der Verkehrsunfälle mit Fußgängern verbunden, die nicht auf den Verkehr achteten, sondern auf ihr Handy konzentriert waren. Angesichts dieser Situation wurden Maßnahmen ergriffen, wie leuchtende Bodenstreifen oder Apps, die Hindernisse erkennen, um Kollisionen zu vermeiden.
Eine Stadt, die sich anpasst... oder die Abhängigkeit fördert
Einige Städte haben sogar eigene Wege für Smartphone-Nutzer geschaffen, sogenannte „Handyspuren". Paradoxerweise können diese Einrichtungen, während sie die Risiken begrenzen sollen, auch die kontinuierliche Nutzung von Bildschirmen verstärken. Gleichzeitig werden die Städte von Werbedisplays überflutet, deren Anzahl stetig wächst. In Frankreich soll ihre Präsenz in den Bahnhöfen 2025 um 48 % steigen, was eine tiefgreifende Transformation des städtischen Raums zugunsten einer permanenten Aufmerksamkeitsbindung zeigt.
Die Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum überdenken
Forscher wie der Soziologe Benjamin Pradel und der Berater Hubert Beroche vertreten die Idee einer „Neuerfindung" der Stadt. Ihr Vorschlag: den städtischen Raum neu zu verzaubern, um Bürgern Lust zu geben, ihre Augen vom Handy zu heben. Dies geschieht durch die Entwicklung von Grünflächen, Begegnungsorten, Sportanlagen und spielerischen Umgebungen. Das Ziel ist es, die Verbindung zur Realität von klein auf zu reaktivieren, damit Kinder nicht ebenfalls zu Smombies werden.
Die Illusion eines Verbots
Einige Gemeinden haben versucht, die Nutzung von Smartphones im öffentlichen Raum zu verbieten, wie Yamato in Japan oder Seine-Port in Frankreich. Aber diese Verbote stoßen schnell auf rechtliche Hindernisse und die Schwierigkeit, solche Maßnahmen durchzusetzen. Außerdem betrachten viele Stadtbewohner ihr Smartphone als unverzichtbares Werkzeug zur Orientierung, Fortbewegung oder Kommunikation. Eine abrupte Trennung wäre daher weder realistisch noch zwangsläufig vorteilhaft.
Die Stadt als sinnliche Schnittstelle
Für Hubert Beroche liegt die Zukunft in einer Stadt, die weniger von Bildschirmen abhängig ist, aber dennoch nicht von Informationen abgeschnitten. Er schlägt vor, „Low-Tech"-Schnittstellen zu entwickeln, bei denen städtische Daten anders sichtbar werden: Wasserblasen, die die Qualität der Loire anzeigen, thermochrome Tafeln, die kühle Zonen aufzeigen, oder leuchtende Wolken, die in den Himmel projiziert werden, um den Energieverbrauch zu visualisieren. Diese Geräte bieten eine neue Art der Interaktion mit der Umgebung, indem sie die Stadt selbst als Schnittstelle nutzen.
Anstatt Bildschirme zu entfernen, besteht die Herausforderung darin, Stadtbewohnern wieder Lust zu geben, sich von ihnen zu lösen. Es geht darum, eine begehrenswertere Stadt zu schaffen, die durch das, was sie an Lebendigem, Spielerischem und Nützlichem bietet, die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Eine Stadt, die dabei hilft, sich wieder mit sich selbst, mit anderen und der realen Welt zu verbinden. Der Kampf gegen die digitale Sucht beginnt somit mit einer neuen Vision der Urbanität.


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